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Mensch ja, recht hast du!

Ein Recht auf den Schutz deiner Würde und Menschenrechte

Freiheitsrechte für jeden?

So sehe ich das zumindest und streng genommen sind Menschenrechte ein selbstverständlicher Teil unserer modernen – ja so unglücklich der Begriff auch gewählt ist –  „westlich“ geprägten Welt. Im deutschen Grundgesetz sind wesentliche Menschenrechte innerhalb der ersten 19 Artikel verankert, was deren Bedeutsamkeit betont. Der Schutz der Menschenrechte ist einer der Werte, auf denen sich die Europäische Union in ihren Grundprinzipien beruft. So wird aber vor allen Dingen auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948 in Artikel 1 formuliert:
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“
Jetzt könnte der ein oder andere polemisch behaupten, das mit der Vernunftbegabung sei ja bei manchen so eine Sache, aber den Sarkasmus mal bei Seite:
Heute am 10.12.
ist der Internationalen Tag der Menschenrechte und einmal mehr Anlass über unsere besonderen schützenswerte Rechte nachzudenken. Diese Werte von Freiheit und Gleichheit für jeden, aufgrund unseres Menschseins, Rechte die sogar angeboren seien, sind nicht überall selbstverständlich, im Gegenteil.

Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten.

Die Erkenntnis der Bedeutsamkeit von Menschenrechten und der Notwendigkeit eines Appels als Symbol der Gleichheit aller und als Auflehnung gegen den Staat  geht in seinen Ursprüngen bereits weithin zurück. So gelten als klassische erste Dokumente unter anderem die „Französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (1789) oder die US „Bill of Rights“ (1791). Doch sind diese Schriftstücke noch vielmehr zum Schutz der Rechte für die Bürger ihres Landes verfasst worden. Als Fremder hatte man diese Ansprüche wiederum nicht. Diese universelle Auffassung von Menschenrechten als feste Komponente der gesellschaftlichen und politischen Ebene wurde erst offiziell nach dem zweiten Weltkrieg wesentlich.

Alle Menschen sind frei.

Doch obwohl die Ursprünge in Europa liegen, ist heute auch im europäischen Raum der Schutz von Menschenrechten nicht flächendeckend selbstverständlicher Alltag, geschweige denn für jeden überall – in einigen Staaten werden sie im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Relativer Konsens steht vermutlich darin, dass Staaten in den Krieg herrscht, wie das derzeit stetig im Fokus stehende Syrien, Menschenrechte offensichtlich verletzt und missachtet werden durch Folter, Gewalt  sowie staatlicher Verfolgung und Tötungen. Doch man unterschätzt die kulturelle Relativität und die Ansichten darüber, welche Rechte zu den essentiellen Menschenrechten zählen und in welchem Umfang sie allen zustehen. Inhalt und Umfang werden von allen gleichwertig geteilt. Eine Kritik am Katalog der Menschenrechte besteht, dass er durch „westliche“ Werte geprägt und voreingenommen sei, von einer Welt in der Individualität und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zu sehr im Fokus stehe. Doch wenn ich selbst wohl auch „westlich geprägt“ bin, so frage ich mich doch, was daran verwerflich ist, sich und seine Persönlichkeit ernst zu nehmen und das jedem ungeachtet seiner Herkunft, Religion oder seines Geschlechts diese eigene Entfaltung zuzugestehen? Was ist daran verwerflich, dass Frauen und Männer in ihren Rechten und Pflichten gleich sind? Was ist daran verwerflich Menschen mit anderen religiösen Ansichten und kulturellen Bräuchen zu respektieren? Für mich ist daran nichts verwerflich, sondern es beinhaltet meiner Meinung das besagte Fünkchen Vernunft, wie es uns die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte billigend zuschreibt.

Verwendete Quellen und weiterführende Links:
„Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“
Entwicklung der Menschenrechte
Infos zum „Tag der Menschenrechte“

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