Blättermonat

Blätterjahresbeginn 2018

Die Blättermonate Januar und Februar

Ja ich gebe es zu, in der zweiten Jahreshälfte 2017 kam meine Rubrik „Blättermonat“ eindeutig zu kurz. Es war ein wenig der Blätterpause im Herbst geschuldet. Danach wollte ich euch vor allem mit Rezensionen zu all den neuen Büchern versorgen, die ich während der Pause gelesen hatte. Zudem entstanden nach der Kreativpause neue Projekte wie die Kolumne #lieblingsbuchhandlung   oder die gemeinsame Kaffeekolumne mit Franzi von Briefkastenliebe .

So kam schließlich eines zum anderen: Mir fielen immer wieder neue Dinge ein, die dazu führten, dass es gefühlt im wahrsten Sinne des Wortes keinen Platz mehr für den „Blättermonat“ gab. Nachteil: Insgesamt schienen mir die Monatsrückblicke zum einen häufig nur eine Zusammenfassung von dem, was ich euch schon auf dem Blog oder auf den Social-Media-Kanälen berichtet habe – zum anderen stellte ich Bücher vor, die neu in meinem Bücherregal eintrafen, bei denen es oft eine Herausforderung war, diese kurz vorzustellen, ohne der anschließenden Rezension etwas vorwegzunehmen.

Vorteil: Ihr bekommt mit den Lesemonaten einen Überblick und mit diesem eine Inspiration, welche Rezension ihr genauer anschauen möchtet. Es werden außerdem gelesene Bücher vorgestellt, zu denen es keine Rezensionen geben wird oder bei denen ich die Rezensionen noch nicht geschrieben habe.

Ich hinterfragte, ob euch die Rubrik überhaupt gefällt oder ihr damit nicht eher mit „unnötigen“ Informationen überfrachtet werdet. So schaltete ich eine Umfrage auf Instagram und entgegen meiner Annahme habt ihr mit überzeugender Mehrheit entschieden: Ihr wollt, dass die Lesemonate erhalten bleiben als Inspirationen und zum nachlesen, was bei mir auf dem Blog so passiert.

Euer Wort zählt! Ich möchte jedoch meinen Monatsrückblick ab sofort etwas fokussierter gestalten. Ich beschränke mich im Lesemonate auf eine Zusammenfassung – ihr bekommt Links zu den Rezensionen und einen kurzen Kommentar zu Büchern, die gelesen, aber nicht rezensiert sind. Plane ich eine Rezension, wird der Text sehr kurz ausfallen, um nichts vorwegzunehmen.  Über neu eingezogene Bücher werde ich ab sofort bei Lust und Bedarf gesondert berichten.

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Eine Auswahl meiner gelesen Bücher im Januar und Februar 2018

 

Nun möchte ich mit geballter Buchpower zurückkehren und stelle ich euch meine gelesenen Bücher für Januar und Februar vor. Insgesamt sind es 6 Bücher, die ich gelesen habe, ein 7. Buch möchte ich in den kommenden Tagen noch beenden.

Meine gelesenen Bücher im Januar

Aus 2017 mitgenommen hatte ich in den ersten Tagen des Jahres „Love in the City. Sophie Hirsch und der 30. Geburtstag“ von Anna Frohmader (Schwarzkopf & Schwarkopf Verlag) – geschrieben als eine Art Tagebuch über das Leben und Lieben in Berlin. Eigentlich entspricht das Buch eher nicht meinem bevorzugten Genre. Allerdings bekam ich es geschenkt, da es Tagebucheinträge kurz vor dem 30. Geburtstag der Protagonistin entsprechen und – ja, es ist die Realität- auch ich in wenigen Wochen dreißig Jahre werde. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob es mir gefallen würde, fand es überraschenderweise aber gar nicht so schlecht – nicht weltbewegend oder literarisch herausragend, aber unterhaltsam, seicht und kurzweilig.

Gleichzeitig startete ich das neue Jahr mit einem Konträrprogramm“, mit dem Sachbuch von Andrea Wulf im Original:  The Invention of Nature. The Adventures of Alexander von Humboldt (im Deutschen: Alexander von Humboldt und die Entdeckung der Natur (C. Bertelsmann Verlag)). Es bekam einige internationale Preise und führte die Sachbuch-Bestseller-Kategorien sowohl im englisch- als auch deutschsprachigen Raum an.  Anschaulich stellt die Autorin die Erkenntnisse und Entdeckungen des berühmten Naturwissenschaftlers dar und setzt diese zudem in den damaligen gesellschaftlich-politischen Kontext: Über die Entdeckung der Natur, Alexander von Humboldt

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Das Original zu: Alexander von Humboldt und die Entdeckung der Natur von Andrea Wulf

Eine Entscheidung, die absurd und mehr als unvernünftig scheint, aber einem die Chance eröffnet, einen persönlichen Traum zu verwirklichen. So ergeht es Petra Hartlieb, als sie mit ihrem Mann eine Buchhandlung in Wien ersteigert. Zu Weihnachten geschenkt bekommen habe ich von einer Freundin: „Meine wunderbare Buchhandlung“  (DuMont-Verlag) von Petra Hartlieb, worüber ich mich als bibliophile Person, die selbst mal in einem Buchladen aushalf, wie eine im Winter buchstäbliche Schneekönigin gefreut habe.

Meine gelesenen Bücher im Februar

Ich nahm mir zu Beginn des Jahres vor, möglichst eher keine neuen Bücher in den kommenden Wochen zu kaufen, um mich meinen Geschenke von Weihnachten und anderen ungelesenen Büchern zu widmen. Eines dieser absoluten Ausnahmen war im Februar Daniel Kehlmanns Neuerscheinung „Tyll“ (Rowohlt-Verlag), ein historischer Roman, bei der die Saga von Till Eulenspiegel aus dem Mittelalter in die Zeit des dreißigjährigen Krieges versetzt wird  und gleichzeitig Parallelen zur heutigen Welt deutlich werden. Obwohl ich eher seltener historische Romane lese, hat mich dieses durch seine historisch-politische Verflechtung mehrer Epochen sehr beeindruckt.

Einen weiteren Titel, den ich im Februar las, war „Betrunkene Bäume“ von Ada Dorian (Ullstein fünf). Ein poetisch und gefühlvoll geschriebener Text über eine besondere Freundschaft zwischen dem alten ehemaligen Wissenschaftler Erich und Katharina, die eine selbst gewählte Auszeit von der Schule nimmt – ein Buch über das Leben, welches für den einen noch ungeschrieben scheint, für den anderen aber die Vergänglichkeit bereits klar wird. 

Bewegt hat mich darüber hinaus das Buch „Verräter“ von Can Dündar (Hoffmann und Campe), einem türkischen Journalisten, der im Exil in Deutschland lebt und über die Entwicklungen berichtet, seit dem er aufgrund seiner Arbeit als Chefredakteur der unabhängigen Zeitung Cemhuryet in der Türkei verfolgt wird und trotz der Gefahr dennoch für Werte wie Menschenrechte, Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung kämpft. Der Welt-Redakteur/Journalist Deniz Yüzel wurde jüngst au der Gefangenschaft freigelassen und zeigt erneut, wie wichtig es ist, Journalisten zu unterstützen, die aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit international verfolgt und verurteilt werden. Es ist ein Symbol für die Pressefreiheit.

Eine wichtige NGO, die auch Can Dündar in Deutschland bei der Ankunft half: Reporter ohne Grenzen Ich habe dort mal ein Praktikum gemacht und möchte bei der Gelegenheit mal ihre Arbeit vorstellen und damit würdigen. Sie unterstützen verfolgte und verhaftete Reporter weltweit und machen auf Misstände der Pressefreiheit aufmerksam. Seit einer Weile „begleitet“ mich schon das Schicksal Can Dündar, der während meiner Praktikumszeit bei Reporter ohne Grenzen das erste Mal verhaftet wurde in der Türkei.

Mein zuletzt beendetes Buch war letztendlich eine Neuerscheinung, erhältlich seit dem 23.02.2018: „Garten Baby!“ von Christine Zureich (noch einmal aus dem Ullstein fünf Verlag), die wieder eine etwas leichtere, kurzweilige Literatur war. Die Bücher des Ullstein Imprints gefallen mir ganz allgemein aufgrund ihrer modernen Thematik über das Lieben und Leben unserer Generation verpackt in eine zumeist poetisch stilvollen Sprache – doch wurde ich leider das erste Mal enttäuscht. Das Buch von Christine Zureich ist charmant in seiner Thematik – Handlungsort ist ein Mehrfamilienhaus, dessen Mitbewohner gemeinsam einen Urbangarten mitten in der Großstadt bewirtschaften. Es spricht die aktuellen Trends der Nachhaltigkeit und des bewussten Lebens an. Doch dem Buch fehlt eine zielführenden Handlung beziehungsweise ein Spannungsaufbau, da es sich in Details verliert und mir persönlich zu sehr vor sich hinplätschert. Es folgt zudem nicht der Tradition der eleganten, poetischen Sprache von Ullstein fünf Büchern. Habt ihr jedoch eine Leidenschaft für Gärten und einen grünen Daumen und mögt sowieso eher die einfache, direkte Sprache, wird euch die kleine Geschichte über das Grün mitten in der Stadt bestimmt gefallen!

Ein etwas anderes #currentlyreading

Schließlich möchte ich euch noch mein #currentlyreading vorstellen und zwar zur Abwechslung mal ein Kinderbuch! Ich habe in meiner Tätigkeit als Aushilfe im Buchhandel sehr gern vor allem Kindern und Jugendlichen Bücher empfohlen und es geliebt die schön illustrierten Bücher zu verkaufen. Es macht Spaß, so Kinder für das Lesen zu begeistern. Seit längerem wollte ich schon ein Buch von David Walliams lesen und dachte mir: „Warum sollen eigentlich nur Kinder Kinderbücher lesen dürfen?“Niemand sollte seine Fantasie verlieren und den Blickwinkel der Welt aus Sicht von Kinderaugen.

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Zur Abwechslung mal ein Kinderbuch, welche wunderschön im winterlichen Hamburg post.

 

Ich entschied mich für „Propeller-Opa“ (Rowohlt rotfuchs) und bin total begeistert. Es ist süß und lustig geschrieben und ideal für Kinder ab ca. 10 Jahren. Auf eine spielerische, kreative Art werden mit dem Buch zudem Kinder an ein ernsthaftes Thema herangeführt, was sie auch in ihrer Familie erleben könnten: Das Thema Demenz und Alzheimer. Da der Opa von Jack allerdings in seiner Jugend auch Pilot während es Zweiten Weltkrieges war – die Zeit, in die er sich als alter Herr wieder hineinversetzt fühlt – solltet ihr individuell schauen, inwiefern ihr dem jeweiligen Kind diese ernsten Themen schon zumuten wollt. Dennoch müsst ihr euch nicht zu große Sorgen machen: Propeller-Opa ist fantasievoll für Kinder und zugleich pädagogisch wertvoll geschrieben. Ich verstehe nun, weshalb alle den britischen Auto so lieben.

Möchtet ihr öfter Kinderbuch-Tipps? Da ihr womöglich selbst Eltern seid oder ab und zu passende Geschenke sucht? Schreibt es gern in den Kommentaren. Vielleicht wird es dann ab sofort häufiger Kinder- und Jugendbuchtipps geben, ich hätte Lust dazu.

Entsprechend meines Vorsatzes zu Beginnen des Jahres habe ich mal experimentiert und neben Büchern meiner bevorzugten Genre der zeitgenössischen Literatur und Sachbuch einen historischen Roman, eine seichte Liebes-Tagebuch-Geschichte sowie ein Kinderbuch gelesen. Womöglich hat mich inspiriert, dass im Moment auch in meinem Leben alles neu ist. Ich bin dem Motto meiner Generation gefolgt und war flexibel und spontan. So bin ich bereits seit zwei Wochen in Hamburg, meinem neuen Wohnort. “ You say good bye and I say hello“. Dieses Lied der Beatles scheint im Moment das Motto meines Alltags.  Obwohl ich das schöne Berlin sehr mag, habe ich ihm (aber nur ein bisschen) Tschüß gesagt und Hamburg ein Moin zugerufen und eine Stelle im Verlagswesen begonnen. Bücher sind also nun ab sofort Hobby und Beruf! Ich freue mich darauf.

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Moin Hamburg, meine neue Stadt.

Fazit

Ich stelle fest, dass mein Anfang des Jahres, was mein Leben zum einen, zum andren auch aber meine Auswahl an Büchern betrifft, mal etwa andere ist und mir frischen Wind gibt.

Eines meiner nächstes Vorhaben wäre mal ein Krimi zu lesen. Habt ihr Ideen? Denn auch dieses Genre gehört nicht zu meinen klassischen Vorlieben, möchte mich dem aber auch gar nicht verschließen. Zudem möchte ich meine neue Stadt kennen lernen, wozu für mich auch die Buchhandlungen gehören. Hier werde ich euch also bald bestimmt ein paar Tipps in meiner Katgeorie #lieblingsbuchhandlung vorstellen.

Auf einen vielversprechenden März: Ich habe Geburtstag und habe mich auch für die Leipziger Buchmesse akkreditiert. Dort werde euch bestimmt an den Impressionen und Inspirationen bezüglich neuer Literatur teilhaben lassen! Wer ist noch mit dabei?

Habt ihr womöglich auch schon ein Buch von der vorgestellten Literatur gelesen? Oder steht eines ganz oben auf eurer Leseliste? Lasst es mich gern wissen!

 

 

 

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