umgeblättert

Jahreszurückgeblätter 2018 Teil I

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Teil I, mein Jahresrückblick in Büchern: Was waren meine persönlichen Tops und Flops 2018?

Ich wünsche euch zuallererst einmal ein schönes, neues Jahr mit vielen neuen, kommenden Meilensteinen, Erlebnissen und Lesestunden! Diesbezüglich freue ich mich auf vielversprechende Neuerscheinungen im Jahre 2019, die ich bereits in den Verlagsvorschauen für das Frühjahrsprogramm entdeckt habe.

Moment…

Doch zuvor möchte ich zurückblättern und gemeinsam mit euch das Lesejahr 2018 Revue passieren lassen! Das letzte Jahr habe ich viele gute Romane und Sachbücher lesen dürfen. Und gleichzeitig stehe ich dieses Mal ganz besonders vor der Herausforderung, die besten Bücher auszuwählen. Bei nur wenigen hatte ich das Gefühl, dass sie mich merklich beeindruckt haben. Das klingt hart, zeigt aber auch wieder, dass es bei Büchern vor allem auf den Geschmack ankommt.

Einige Romane wurden mir von allen Seiten empfohlen, sodass ich sie umgehend lesen wollte. Ich wollte mir selbst einen Eindruck machen und mal wieder so richtig berührt oder beeindruckt werden. Doch vermutlich waren meine eigenen Erwartungen entsprechend von Anfang an zu hoch angesetzt, sodass sie wohl gar nicht erfüllt werden konnten. Andere Bücher wiederum überraschten mich, gerade wenn sie nicht unbedingt in der Bestsellerliste standen oder mal nicht auf ganz so vielen Blogkanälen rezensiert und auf Instagram fotografiert wurden.

Und so habe ich letztendlich doch fünf Bücher auswählen können, die ich zu meinen TOP 5 Büchern des Jahre 2018 zähle. (Die Auswahl folgt keiner Hierarchie, diese fünf Bücher haben mich allesamt überzeugt, doch einen absoluten Favoriten darunter konnte und wollte ich diesmal nicht küren) :

Jahresrückblick in Büchern Teil 1
Meine Top 5 2018

Meine Top 5 Bücher 2018

„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“, Carol Rifka Brunt (März 2018)

„Die Hungrigen und die Satten“, Timur Vernes (September 2018)

Bei diesem Buch habe ich erstmals das Experiment ausprobiert, Buch und Hörbuch parallel zu nutzen und miteinander zu vergleichen. Bei diesem Roman kann ich tatsächlich beides empfehlen. Doch hat letztendlich bei mir das Hörbuch „gewonnen“, als dass ich Christoph Maria Herbst’s Erzählweise so gern zugehört habe. Dem Schauspieler gelingt es, mit Lockerheit und Ironie in seiner Stimme die Atmosphäre des Satire-Romans aufzufangen. Der Autor schafft es wieder, genauso wie bei „Er ist wieder da“, zu erschüttern und wachzurütteln: Mehr zum Buch auf der Verlagsseite

„Stern des Nordens“, D.B. John (Oktober 2018)

„Die letzten Tage des Patriarchats“, Margarete Stokowski (Oktober 2018)

„Deutsches Haus“, Annette Hess (Oktober 2018)

Es ist ein Buch, das uns erneut beweist, dass man die Vergangenheit nie ruhen lassen sollte, unabhängig davon, wie unbequem sie für uns ist. Es ist wichtig, uns die Vergangenheit vor Augen zu führen, um die Gräueltaten des Nationalsozialismus oder mit den Worten des Philosophen Adorno, dass Ausschwitz sich nicht wiederhole. Mehr zum Buch auf der Verlagsseite

Zu „Die Hungrigen und die Satten“ sowie zu „Deutsches Haus“ folgen noch die Rezensionen.

Und dann wäre da noch…

Ein Buch, dass außerdem noch zu meinen persönlichen Highlights gehörte, aber bereits 2017 erschien (2019 wird es als Taschenbuch herauskommen), ist der historische Roman Tyll“ von Daniel Kehlmann (Oktober 2017)

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„Tyll“ von Daniel Kehlmann

Bücher mit zweiter Chance

„Das weibliche Prinzip“ von Meg Wolitzer (August 2018) über de Frage „Wie geht Feminismus“ verpackt in einem Roman. Mehr zum Buch auf der Verlagsseite

Sowie „Mit der Faust in die Welt schlagen“ von Lukas Rietzschel (September 2018) über ein sächsisches Dorf und wie dort die Wut über die Jahre immer stärker wurde. Mehr zum Buch auf der Verlagsseite

Beide Bücher klangen auf den ersten Seiten vielversprechend, mit der Zeit jedoch verlor ich jeweils die Motivation und habe pausieren müssen. Das weibliche Prinzip war mir zu beschreibend und verlor so die zentrale Frage über viele Seiten hinweg aus den Augen. „Mit der Faust in die Welt schlagen“ spricht ein sehr aktuelles Thema an, weshalb ich gerade deshalb dem Buch unbedingt 2019 eine zweite Chance geben möchte. Es begann mir zu langsam und konnte mich nicht sofort abholen. Aber vielleicht ja auf dem zweiten Blick?

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„Das weibliche Prinzip“ (Meg Wolitzer) und „Mit der Faust in die Welt schlagen“ (Lukas Rietzsch)

Eines der Bücher, das mir dieses Jahr mit am meisten empfohlen wurde und bereits Anfang des Jahres in aller Munde war, ist „Dunkelgrün fast Schwarz“ von Mareike Fallwickl (März 2018). Deshalb war es wohl bei mir eines dieser oben angesprochenen Bücher, die an zu hohe Erwartungen geknüpft waren. Ich fand es gut und vor allem von der Autorin mit einer sehr bildhaften, eloquenten Sprache geschrieben. Leider konnte es mich insgesamt nicht vollends überzeugen, was wohl vor allem an der Darstellung der Charaktere lag, mit denen ich nicht warm wurde. Dennoch habe ich es gern Freunden empfohlen, wenn ich der Meinung war, es könnte sie überzeugen. Diese haben noch einmal betont, dass sie die Geschichte mitreißend fanden. Vielleicht werde ich das Buch irgendwann noch einmal lesen, bzw. freue ich mich auf Neues von der Autorin.

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„Dunkelgrün fast Schwarz“ (Mareike Fallwickl)

Da ich der Ansicht bin, dass kein Buch wirklich gänzlich schlecht sein kann, sondern es darauf ankommt, ob es dem Geschmack des Lesers entspricht, finde ich das auch mit der Bezeichnung „die schlechtesten Bücher“ so eine Sache.
Aber sagen wir es mal so:

3 Bücher, die mich persönlich nicht überzeugt haben:

Heiße Milch von Deborah Levy (Februar 2018)

Super, und dir? von Kathrin Weßling (April 2018)

Kathrin Weßling spricht ein wichtiges, ernsthaftes Thema an und zeigt dabei, wie gefährlich es ist, Probleme zu verharmlosen. Depressionen und genauso Drogenprobleme sollten ernst genommen werden. Trotz der für mich interessanten Thematik, kratzt das Buch für mich letztendlich nur an der Oberfläche. Die Protagonistin scheint nicht einsichtig und bleibt beim „Super, und dir?“. Sie verharrt in den Zwängen der Gesellschaft gefangen und verliert in ihrem Charakter an Tiefe.

Das Buch erscheint im Mai 2019 als Taschenbuch. Mehr zum Buch auf der Verlagsseite

Hysteria, Eckhart Nikel (September 2018)
Das Buch hält leider nicht, was der Klappentext verspricht (Auszug):

»Hysteria« erzählt die Geschichte von Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. […] Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er Charlotte wieder trifft, seine Studienfreundin und ehemalige Geliebte, die nun als Leiterin an der Spitze der Bewegung des »Spurenlosen Lebens« steht […]

Aufmerksam wurde ich auf den Roman als nominierten Titel auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Mich hatte vor allem die Art der Dystopie angesprochen. Mich interessierte diese Welt, in der Früchte nur noch Kunstprodukte seien und keiner davon weiß. Jedoch wird man mehr in die Vergangenheit des Protagonisten gesogen, wie er seine Exfreundin Charlotte kennen lernte und wie sich ihre ungleiche Beziehung entwickelte. Der eigentliche dystopische Kern der Geschichte jedoch kommt meines Erachtens zu kurz. Auch fand ich es sprachlich nicht sehr elegant geschrieben. Es wirkte altertümlich und gestelzt, sodass es den Fluss der Geschichte störte.

Mehr zum Buch auf der Verlagsseite

Lese-Vorsatz für das Jahr 2019

Yeah, insgesamt habe ich 2018 ca. 50 Bücher gelesen und konnte entsprechend mein Leseziel erreichen! Ich möchte aber gestehen, dass ich auch Bücher mitgezählt habe, die ich für die Arbeit im Verlag gelesen habe.

Es hängt immer auch vom Genre, Schreibstil der Bücher, bzw. wie sehr einen das Buch fesselt, ab, wie schnell man ein Buch liest. Manche Bücher liest man innerhalb eines Tages aus, für manche braucht man Aufwärmphasen und Zeit. Genau aus diesem Grund möchte ich mir für das neue Jahr kein konkretes Leseziel setzen. Meine Vorsatz für 2019 soll entsprechend weniger an Zahlen gebunden sein.

Hingegen nehme ich mir vor, mehr Bücher in Originalsprache zu lesen. Meist greife ich ehrlicherweise zur deutschen Version eines Buches, dabei ermöglicht Sprache eine gewisse Atmosphäre. Im Original kann man die Intentionen des Autors manchmal besser nachempfinden.

Vor allem war das Jahr wieder viel zu kurz, um all die schönen Bücher zu lesen, die es gibt. Folgende Schmuckstücke unter den Neuerscheinungen 2018 möchte ich unbedingt noch mit ins neue Lesejahr nehmen:

Töchter von Lucy Fricke (März 2018)

Die Hochhausspringerin von Julia von Lucadou (August 2018)

Loyalitäten von Delphine de Vigan (September 2018)

Befreit von Tara Westover (September 2018)

Welches waren eure persönlichen Lese-Highlights des Jahres 2018? Ist eines dabei, welches auch zu meinen Favoriten gehörte? Habt ihr einen bestimmten Lese-Vorsatz? Lasst es mich gern wissen!

Teil 2 zu den Ereignissen in der Literatur- und Medienwelt sowie über persönliche Highlights folgt…

In diesem Beitrag werden Titel erwähnt, die ich zu Rezensionszwecken von Verlagen erhalten habe. Diese haben weder meine Meinung, noch Beurteilung beeinflusst

Ein Gedanke zu „Jahreszurückgeblätter 2018 Teil I

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