Couchgeflüster

Stay Home: Lesetipps für die Zeit zu Hause, ein Couchgeflüster

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Ostern: kein Home-Office oder leeres Büro, in das man fahren kann. Alles ist geputzt und aufgeräumt. Freunde oder Familie besuchen geht diesmal sowieso nicht. Spätestens jetzt wird es mal wieder Zeit für gute Bücher. Wir haben uns erneut für euch auf die Couch gesetzt (natürlich mit Sicherheitsabstand) und Lesetipps gesammelt.

Aufgeblaettert Oster-Lesetipps
Unsere Lesetipps für zu Hause (z.B. zu Ostern)

1. Luise, du hast doch bestimmt (mindestens) einen Klassiker, den du für die jetzige Zeit besonders gut empfehlen kannst, oder?

Ehrlich gesagt, gibt es zu viele Klassiker, die ich selbst noch nicht gelesen habe – gerade was die ganz traditionellen angeht, z.B. stehen da Anna Karenina von Leo Tolstoy oder Madame Bovary von Gustav Flaubert auf meiner Leseliste. Mal sehen, ob ich das demnächst mal angehe, wenn die Quarantäne-Zeit noch länger anhält, vielleicht? 😉

Ich erinnere mich allerdings, dass mich das Theaterstück „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing in der Schule nachhaltig beeindruckt hat und zur aktuellen Situation passen könnte. Im Moment scheint die Welt zusammenzuhalten, wenn auch nur für einen kurzen Moment der Krise und auch nur soweit wie erforderlich. Dennoch beweist es, dass wir letztendlich alle gleich sind und ähnliche Bedürfnissen haben oder mit gleichen Problemen kämpfen – nur nutzen wir manchmal verschiedene Herangehensweisen dazu. Vielleicht sollten wir uns das immer mal wieder in Erinnerung rufen, was auch die berühmte Ring-Parabel im Theaterstück vermitteln soll. Nur bezieht sie sich eher auf die (drei monotheistischen) Weltreligionen. An unsere Leser: Welchen Schulklassiker würdet ihr mal wieder lesen wollen?

Außerdem gibt es einen modernen Klassiker, den ich offen gestanden immer gerne empfehle und finde, dass jeder ihn irgendwann mal gelesen haben sollte: George Orwells „1984“. Es ist zwar härterer Tobak, aber vielleicht deshalb gerade jetzt der richtige Moment, da man sich die Zeit dafür nehmen kann. Hier ein Vergleich auf Aufgeblättert zwischen dem Roman 1984 und der Realität. 

Oster-Lesetipps
Luises (moderne) Klassikertipps: George Orwell „1984“ und auch auf dem Blog: Margaret Atwoods „Report der Magd“

2. Aline, welches unterhaltsame Buch könntest du aktuell zur Ablenkung besonders empfehlen? 

Unterhaltung kann ja viele Facetten beinhalten und so bin ich immer wieder fasziniert von Zauberei. Und damit meine ich nicht Siegfried und Roy oder David Copperfield, die in Las Vegas auf einer Showbühne Illusionen aufbauen. Vielmehr ist es für mich eine Geschichte, wie sie Sten Nadolny in seinem Roman „Das Glück des Zauberers“ erzählt. Gespickt mit viel Humor und Übertreibungen beschreibt Nadolny das über eine Epoche hinweg dauernde Leben seiner Hauptfigur, einem Zauberer, der durch Wände gehen, einen „langen Arm“ machen kann und sonst auch noch viele andere bemerkenswerte Tricks auf Lager hat. Pharoc, der Zauberer, verknüpft die Erlebnisse seines 111-Jährigen Lebens mit weltgeschichtlichen Ereignissen und formuliert diese in Briefform an seine Enkelin, die, wie er vermutet, auch Zauberkräfte hat, aber erst ein Baby ist. Also lasst euch doch auch mal verzaubern von diesem unglaublich fantasievollen und unterhaltsamen Buch. 

3. Welche Neuerscheinung könne man denn jetzt gerade lesen, Luise?

Da empfehle ich mal ein kurzweiliges Sachbuch für Bücherwürmer und diejenigen, die Meerweh haben: „Meine Inselbuchhandlung“ von Petra Dittrich und Co-Autor Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses. Petra Dittrich hat es gewagt: Sie hat sich ihren kleinen Traum von einer Buchhandlung in ihrer Heimat Rügen erfüllt und sich damit auch für ein Leben mit Büchern und dauerhaft auf der Insel entschieden, nachdem sie lange Jahre in Berlin und Hamburg gewohnt hat. Es geht um Traumerfüllung, aber auch welchen (steinigen) Weg die Autorin bis dahin mitunter gehen musste. Sie erzählt von ihrem Leben in der ehemaligen DDR und was es bedeutete in den neunziger Jahren in einer Kleinstadt homosexuell zu sein. Was es bedeutet nicht gleich zu wissen, was man im Leben will und wie schön ein Leben auf der Insel letztendlich doch sein kann. Zudem gibt es weitere Buchtipps aus der Region. (Erschienen im März 2020)

4. Aline, was liest du denn sonst gerade besonders gerne?

Also abgesehen von meinem aktuellen Buch (Der Diestelfink – die Rezension folgt noch) habe ich mir für eine tägliche Dosis Optimismus den Newsletter von Good News abonniert. Der sendet mir jeden Abend eine E-Mail mit den guten, optimistischen und manchmal auch unterhaltsamsten Nachrichten des Tages. Montags bis freitags flattern so etwa sechs Links zu Nachrichten in mein Postfach, wie zum Beispiel über die digitale Sportstunde von Alba Berlin oder, dass die Population des Spitzmaulnashorns das erste Mal wieder zu, statt abgenommen hat. Und gerade jetzt freut man sich doch auch mal auf Nachrichten, die positiv stimmen.

Aufgeblättert Oster-Lesetipps
Ostern: Viel Zeit auf der Couch und für Bücher

Auf jeden Fall geben wir euch den Tipp, mal zu schauen, ob eure Buchhandlung des Vertrauens auch einen Online-Auftritt hat oder Auslieferungen im Viertel anbietet. Hier dazu eine tolle Initiative vom Buchverlag Rowohlt. Hier findet ihr eine Liste an Buchhandlungen sortiert nach Bundesländern sowie in den Sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #findyourbookstore. Denn gerade in der aktuellen Zeit ist es doch wichtig, die lokalen Händler zu unterstützen. Unsere Buchhandlung um die Ecke bietet zum Beispiel an, dass man Bücher bei ihnen bestellt und dann nach kurzer Absprache kontaktlos abholen kann. Dieses Engagement finden wir toll und unterstützenswert. Habt ihr von anderen kreativen Ideen in eurer Umgebung gehört? Dann erzählt doch gern mal in den Kommentaren. Wir freuen uns über weitere Inspirationen!

Eure Aline und Luise

Es handelt sich ausschließlich um persönliche Empfehlungen. Es bestehen keine bezahlten Partnerschaften. Rezensionsexemplare, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, sind objektiv beurteilt wurden und haben unsere Meinung nicht beeinflusst. 

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