Money, Money, Money: Buchtipps zum Thema Gehalt & Karriere

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Alles begann mit dem Buch bzw. Hörbuch von Natascha Wegelin alias Madame Moneypenny: „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen“. Hier bekam ich einen wunderbaren Einstieg in die Welt des Geldes. Die Hemmschwelle sank, mich mit den Themen Finanzen und Vermögensaufbau zu beschäftigen. (Von dieser Einschätzung habe ich übrigens auch bei anderen Blogger:innen gelesen. Madame Moneypennys Buch ist also der perfekte Einstieg!).

„Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“

„Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen“ von Madame Moneypenny

erschienen als Buch bei Rowohlt und als Hörbuch beim Argon Verlag

Seien wir mal ehrlich, gerade zu Beginn scheint das Thema Finanzen (für viele) anstrengend und lästig. Wir haben gerne Geld im Portemonnaie, wissen in der Theorie, dass Schulden dringend zu vermeiden sind und dass Sparen sinnvoll ist. Immerhin können eine größere Reise, ein Auto oder gar ein Haus auf der Wunschliste stehen. Genauso weiß gerade die junge Generation, dass ein Vermögensaufbau als Altersvorsorge wichtig ist, da eine lebenssichernde Rente ungewiss geworden ist. Aber die Praxis sieht häufig anders aus: Vor allem Vermögensaufbau bezieht sich auf die Zukunft, die schwer zu greifen ist. Aber natürlich sollte man im Ernstfall gewappnet sein. Solch eine Krisensituation habe ich in den letzten beiden Jahren erlebt, da ich während der Corona-Zeit lange in Kurzarbeit beschäftigt gewesen bin. Mein Notgroschen sank auf Null, Sparen war unmöglich. Hier entstand bei mir ein stärkeres Bewusstsein für mein Verhältnis zu Finanzen. So folgte ich Natascha Wegelins Empfehlung, mich ab sofort nahezu täglich entweder mit meinen Finanzen oder mich zumindest mit Wissensthemen rund ums Geld zu beschäftigen, beispielsweise mit möglichen Geldanlagen und Karriereperspektiven. So habe ich vor Kurzem auch begonnen, in ETFs zu investieren. Mehr Infos und Tipps dazu findet ihr zum Beispiel auf Finanztip.de.

Luises Buchtipps zum Thema Karriere & Gehalt.

Und ich habe weitere Bücher gelesen, diesmal zum Bereich Karriere und Gehalt:

„Kenne deinen Wert! – Der Gehaltsratgeber für Frauen“ von Susan J. Moldenhauer

erschienen bei Eden Books im März 2022

Dieser Ratgeber wendet sich wie das von Madam Moneypenny vor allem an Frauen. Immerhin fällt es vor allem Frauen schwerer, ihr Gehalt selbstbewusst zu verhandeln. Moldenhauer greift Studien auf, die unter anderem zeigen, dass Frauen schon mit einer niedrigeren Einschätzung ihres Erstgehalts in das Bewerbungsgespräch gehen, sich mit weniger zufriedengeben als Männer und seltener bis gar nicht nachverhandeln. Woran könnte das liegen? Sicher unter anderem durch allgemein tief verankerte, negative Glaubenssätze wie „Über Geld spricht man nicht!“ oder aus einer falschen Bescheidenheit rührend: „Ich komme gut mit meinem Geld aus, mehr brauche ich nicht!“. Die eigene Einstellung zum Geld hängt auchmit dem eigenen Selbstvertrauen zusammen. „Nur wer den eigenen Wert kennt, fordert ihn auch ein“, so Moldenhauer. Und diesen Wert sind sich Frauen wohl noch seltener bewusst.
Auch mir schlackern erst einmal die Beine, sobald ich mich in einer Gehaltsverhandlung befinde. Susan J. Moldenhauser beschreibt in ihrem Ratgeber anschaulich, woran das liegt. Denn in diesem Moment stehen wir einem Säbelzahntiger auf der Jagd gegenüber und möchten am liebsten der Gefahrensituation entfliehen. Öfter habe ich beim Lesen gedacht: „Ohje, das habe ich letztes Mal falsch gemacht! So habe ich einmal meinen Minimalwert genannt, den ich beim Gehalt mindestens gerne hätte. Damit habe ich meinem Arbeitgeber natürlich das Tor geöffnet, genau bei diesem Beitrag zu bleiben – anstatt mutig den Maximalwert zu nennen oder einen Alternativwert (Zwischenwert), zu dem Moldenhauer rät. Den Minimalwert sollte man für sich behalten. Andererseits war ich auch mal in einer Situation, in der ich durch die Nennung meines Maximalwerts ausdrücklich abgelehnt wurde. Das hat mich damals in meinem Selbtswert etwas zurückgeworfen.
Doch wahrscheinlich würde Susan J. Moldenhauer sagen: War der Job dann überhaupt der richtige? Auch meine damalige Chefin des befristeten Jobs, aus dem heraus ich mich bewarb, sagte zum Glück zu mir: „Verkaufe dich nicht unter Wert!“.

„Am Gehandlungsgeschick selbst liegt es nicht, dass wir Frauen schlechter abschneiden. (…) Auf den ersten Blick verbuchen Männer die besseren monetären Ergebnisse in Verhandlungen für sich. Tendenziell sind Frauen jedoch stärker darin, ein kooperatives Klima zu schaffen. Ihnen gelingt es, mit dem Verhandlungspartner auf Augenhöhe zu kommunizieren.“

Moldenhauer zeigt Strategien auf, wie man erfolgreich aus einer Gehaltsverhandlung kommt, hier geht es vor allem darum, sich umfassend zu informieren und vorbereiten zu können. Hierzu gibt der Ratgeber mit mehreren Fragen-Blocks die Möglichkeit, sich seiner eigenen Ziele stärker bewusst zu werden. Ebenso muss es nicht zwangläufig mehr Gehalt sein, was man verhandeln kann, sondern ein „Bonbon innerhalb der Gehaltsverhandlung“, kann laut Moldenhauer zum Beispiel auch die Übernahme der Kosten der Kinderbetreuung seitens des Arbeitgebers sein.
Für meinen Geschmack folgte der Ratgeber an manchen Stellen zu sehr dem Motto: „Solang du an dich glaubst, kommst du an dein Ziel“. So zeigte die Wissenschaftlerin Mai Thi Nygen Kim aber durch eine Studie in ihrem Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ auf, dass in Bewerbungsverfahren Männern häufig bereits mehr Gehalt zugestanden wird, bevor es überhaupt zu einer Bewerbungsgesprächssituation kommt und obwohl sie einen identischen Lebenslauf aufweisen.

Aber natürlich müssen wir Frauen auch bei uns anfangen, mutiger werden und für unseren Wert einstehen. Dabei hilft die Autorin mit einer großen Portion Empowerment in jedem Fall! Auf jeden Fall wird „Kenne deinen Wert!“ für mich ein Ratgeber sein, den ich vor der nächsten Gehaltsverhandlung sofort wieder in die Hand nehmen würde, um besser vorbereitet zu sein.

Karrierebuchtipps: „Kenne deinen Wert!“ und „Geteilte Arbeit, doppelt durchstarten“

„Geteilte Arbeit, doppelt durchstarten“ von Lydia Leipert & Rebecca Zöller

erschienen bei Komplett Media im April 2022

Ein für mich noch unbekanntes, aber sehr spannendes Thema, das in Susan J. Moldenhauers Ratgeber zur Sprache kam, ist Jobsharing. So war es eine willkommene Gelegenheit, als Komplett Media uns ansprach, ob wir folgendes Buch rezensieren möchten: „Geteilte Arbeit, Doppelt durchstarten – so funktioniert Jobsharing“. Und das wollte ich. Denn das ist auch so eine bekannte Problematik in der Berufswelt: es gibt deutlich seltener weibliche Führungskräfte. Gründe können sein, dass sich Frauen seltener mehr Verantwortung übernehmen, weil sie sich weniger zutrauen und schneller an den eigenen Kompetenzen zweifeln. Noch ein Grund könnte sein, dass eine Führungsposition oft bedeutet, Berufs- und Familienleben nicht miteinander vereinbaren zu können. Lydia Leipert und Rebecca Zöller, in ihrer Berufswelt auch bekannt als „Lydecca“ sind Vorreiterinnen im Model Jobsharing. Sie arbeiten beide beim Bayerischen Rundfunk (BR). Als Rebecca eine Führungsposition angeboten wird, reizt sie die Stelle. Aber als berufstätige Mutter wird ihr schnell klar, dass sie solch einen Job, verbunden mit ständiger Verfügbarkeit und Erreichbarkeit, mehr Überstunden und mitunter Wochenendarbeit, nicht leisten kann und will. Sie ruft ihre Freundin Lydia an und bietet ihr an, diese Stelle zu teilen. Die Freundin ist sofort dabei. Ihr Arbeitgeber zeigt sich glücklicherweise auch kooperativ, aber als öffentlich-rechtlicher Sender macht dieser sich insgesamt stark für Gleichbehandlung und für die Vereinbarkeit von Karriere und Kind. Home-Office und Gleit- oder Vertrauensarbeitszeit sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jobsharing scheint allerdings weiterhin in unserer Arbeitswelt eine Seltenheit, mitunter weil es als „die/der arbeitet ja nur in Teilzeit“ stigmatisiert ist. Jobsharing unterscheidet sich im Vergleich zur Teilzeit jedoch grundlegend, denn:
„Ein Job in Teilzeit zu machen, bedeutet in erster Linie, einen Job ALLEIN zu machen, und das auch noch in weniger Zeit als in einer Vollzeitstelle. Keine Zeitsouveränität, kein Backup. Bei Jobsharing bleibt die reduzierte Arbeitszeit – also der positive Aspekt der Teilzeitstelle. Es kommt aber durch die zweite Person zu einer Auffüllung der Rest-Arbeitszeit (…) Komplexe Projekte, zeitaufwendige Sitzungen, vielschichtige Planungsarbeit – sie fressen den Arbeitsalltag nicht auf, und es bleibt plötzlich Raum für anderes.“
Die beiden Autorinnen versprühen viel positive Energie und stecken einen damit förmlich an, man merkt ihre Leidenschaft für das Model des Jobsharings an. Denn es führe erwiesenermaßen zu mehr Motivation bei den Arbeitnehmer:innen, sie können sich in Urlaubs- und Krankheitszeiten vertreten und sich bei verantwortungsvollen Aufgaben gegenseitig unterstützen. Jedoch bekommt man auch bei diesem Ratgeber manchmal den Eindruck, dass man es nur wollen muss und Jobsharing als Arbeitsmodell seinem Arbeitgeber einfach mal vorschlagen sollte. Hier hätte ich mir mehr Input gewünscht, wie man auch kritische Arbeitgeber oder kleine Firmen überzeugen könnte, die womöglich vor allem erst einmal den finanziellen Aspekt sehen, dass es beim Jobsharing zu Mehrkosten kommen kann. Das geschieht eher am Rande. Hierzu hätte ich mir ein eigenes (Unter-)Kapitel, gespickt mit Erfahrungsberichten und Tipps gewünscht, wie man den Mehrwert vom Jobsharing bei Kritiker:innen überzeugend darlegen kann.

Insgesamt ist der Ratgeber sehr persönlich und nahbar geschrieben mit Anekdoten, er enthält zudem Tests und Checklisten und beleuchtet juristische Fallstricke und Best-Practice Beispiele. Die Energie der beiden Autoinnen setzt sicher auch ungeahnte Energien bei einem selbst frei.

Fazit

Geldanlagen, Gehalt und Karriere werden immer populärer Themen, vor allem in Bezug auf die Sensibilisierung von Frauen dafür, ganz nach dem Motto: „Selbst ist die Frau!“ Aber die vorgestellten Bücher zeigen auch auf, dass diesbezüglich auf gesellschaftlicher Ebene noch einiges passieren sollte, als dass es zum Beispiel für Arbeitgebende attraktiver werden sollte, das Jobsharing-Format als Führungsmodell zu etablieren. So können Frauen weiter an ihrer Karriere arbeiten, ohne Lücken im Lebenslauf oder die Familie vernachlässigen zu müssen. Sie können niedrigschwellig sich mehr Verantwortung zutrauen. Dieses Modell könnte womöglich dazu führen, dass wir dem Frauenmangel in Führungspositionen stärker entgegenwirken. Auch für Männer kann das Modell zukunftsweisend sein, wollen sie doch vielleicht auch noch häufiger nachmittags mit ihrem Kind auf dem Spielplatz spielen?
Insofern kann ich auch Männern die Bücher ans Herz legen, denn ich bin mir sicher, dass nicht jeder Mann so selbstbewusst sein Gehalt verhandeln kann, wie es gerne mal pauschalisiert wird. So wie viele Frauen mittlerweile ihren Wert kennen! Teilt euch doch eine Führungsposition und lernt von einander.

Weitere passende Buchempfehlungen dazu auf unserem Blog:

„Jung, Besorgt, Abhängig“ von Ronja Ebeling
„Working Class“ von Julia Friedrichs
Alines Rezension zu: „Madame Moneypenny – Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen“ von Natascha Wegelin

Wir danken den Verlagen für die Zusendung der Rezensionsexemplare. Diese haben uns in unserer Beurteilung nicht beeinflusst.


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