111 Liebeserklärungen ans Buch – eine Rezension zu Stefan Müllers Sachbuch über Bücher

Eine Rezension zu „111 Gründe, Bücher zu lieben“ von Stefan Müller

(2014, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Für Bücherwürmer wie mich ist es das ideale Buch: Ein Buch über Bücher bzw. gespickt mit 111 Beweisen, die uns nahelegen, warum Bücher lesen so toll ist und wieso sie weiterhin als etwas ganz Besonderes trotz des digitalen Wandels erhalten bleiben sollten. Deshalb habe ich mich auch direkt gefreut, als ich mir das Buch mal ausleihen durfte! Außerdem weckt die Literatur Heimatgefühle bei mir, da der Autor des Buches in Magdeburg, meiner Heimatstadt, lebt. An manchen Stellen konnte ich das sogar herauslesen….

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111 Gründe, Bücher zu lieben von Stefan Müller

Inhalt

Das Buch beinhaltet, wie der Titel schon verrät, 111 Argumente, weshalb wir lesen und Bücher lieben sollten. Das Buch ist dabei in verschiedene Kapitel unterteilt, in denen passend zu einem bestimmten Thema jeweils 10 Gründe benannt werden. Zum Beispiel zum Thema Humor, Tagebücher, Buchhelden,  dicke Wälzer, Klassiker, Kinder- und Jugendbücher oder auch welche Emotionen oder Momente mit anderen Menschen durch Bücher ausgelöst werden können, zum Beispiel wenn man eine alte Postkarte als Lesezeichen verwendet oder der Postbote ein Buchpaket vorbei bringt. Mein liebster Grund war die Nummer 20: “ Weil Lesen das beste Hobby der Welt ist“ – welches Stefan Müller mit nur einem sehr treffendem Satz kommentierte: „Dieser Aussage ist nichts mehr hinzuzufügen“.

Man bekommt mit dem Buch, dank der Gründe, nicht nur noch mehr Lust auf Lesen, sondern Stefan Müller versorgt einen zum Glück auch mit neuen Lesetipps und erinnert an Bücher, die man eigentlich schon längst lesen wollte. So entsteht gar nicht erst das Gefühl von: „Und was lese ich jetzt?“. Das Buch erinnert einen also an seine lange Leseliste oder gar an die Bücher, die vielleicht schon langsam im Bücherregal drohen, einzustauben. Man erfährt zudem noch mehr über Autoren und Entstehungsgeschichte der Bücher sowie über geschichtliche Hintergründe, die so manchen Romanen Stoff für Handlung gaben. Aber auch das Buch selbst hat in der Historik so einiges bewirkt. Immerhin sind Worte manchmal die gefährlichste Waffe und so ernsthafte Gegner von Diktaturen, weil sie die Wahrheit schonungslos aussprechen.

Kritik

Charmant geschrieben, führt uns Stefan Müller noch einmal vor Augen, warum es uns weiterhin wert sein sollte, Bücher zu lesen, egal ob in Print oder als E-Book, egal ob wir Liebesromane, Krimis oder gesellschaftskritische Bücher bevorzugen, egal ob wir gern die neuesten Bestseller ausprobieren oder doch eher Bücher aus kleineren Indie-Verlagen lesen oder uns gern mal an alte Klassiker wagen. Lesen kann bilden oder einfach nur Spaß machen und uns in die verschiedensten Länder, Fantasiewelten oder gar in die Vergangenheit und Zukunft entführen.

Ich mochte an dem Buch, dass man zum einen das eine oder andere neue Buch für sich entdeckt, zum anderen aber auch an persönliche Lesemomente erinnert wird. Denn Bücher lösen Gefühle aus und lassen uns erinnern. Außerdem kann man dank des Buches beim nächsten Smalltalk glänzen, da man nachlesen kann, worum es eigentlich in dem einen oder anderen Klassiker überhaupt geht ( ich verrate jetzt lieber nicht, bei welchem Klassiker ich noch so eher keine Ahnung hatte…)

Als klitzekleine Kritik würde ich anmerken, dass die Fotos auf den Titelblättern zu den Kapiteln nicht zum Stil des fantasievollen Buchcovers passen. Daher wären bildhafte Illustrationen oder schlicht ohne Bilder für mich etwas schöner gewesen. Aber es gibt Schlimmeres! Das Cover auf dem Schutzumschlag ist liebevoll aufgemacht und das Buch verfügt vor allem über ein Lesebändchen, was heutzutage sehr selten bei Büchern geworden ist. Es lädt förmlich zum kurzweiligen Schmökern ein.

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Perfekt für die Zeit mit Kaffee und Büchern mit vielen Lesetipps

So mancher Grund oder Klassiker wäre mir persönlich noch eingefallen, sodass wohl 111 Gründe kaum reichen, um auszudrücken, weshalb wir Bücher lieben und leben.

Fazit

Mein Fazit ist: Absolut lesenswert und eine wundervolle Art, „Ich liebe dich“ zum Buch zu sagen! Schade ist daher fast, dass das Buch auch unter Buchliebhabern kaum bekannt ist. Das möchte ich gern ändern und meinen Aufruf an alle Bücherwürmer richten: Kauft und lest 111 Gründe, Bücher zu lieben!  Nicht ohne Grund habe ich es in meinem Blättermonat Juni zum Liebling des Monats gekürt. Was meint ihr zu dem Buch? Was sind eure Gründe, Bücher zu lieben?

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Rezensionen zu weiteren Büchern über Bücher:

Eine Bücherreise durch Europa über „In 60 Buchhandlungen durch Europa von Torsten Woywod“

Ein Haus aus Büchern über „Das Papierhaus von Carlos María Dominguez“

… und meine ganz eigene Liebeserklärung ans Buch, anlässlich des Welttag des Buches im Mai Literarische Liebeserklärung 

 

3 Gedanken zu “111 Liebeserklärungen ans Buch – eine Rezension zu Stefan Müllers Sachbuch über Bücher”

      1. Oh das finde ich toll! Ich freue mich, dass ich dich zu diesen Käufen bewegen konnte. Das sind definitiv beides Bücher, die es wert sind und eigentlich viel bekannter sein sollten, als sie es in Realität sind!

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