Jahreszurückgeblätter Teil II

Teil II

Anfangs hatte ich geplant, meinen Jahresrückblick als einen einzigen Beitrag zu veröffentlicht. Jedoch fiel mir dabei auf, wie viele Ereignisse die Literatur- und Buchbloggerwelt dieses Jahr doch prägten und dass auch ich den einen oder anderen Schritt gegangen bin, Meilensteine, die ich gern mit euch teilen möchte. Deshalb beschloss ich meinen Jahresrückblick zu splitten:

Nachdem ich im ersten Teil mehr einen Lese-Rückblick gegeben und meine Tops und Flops der gelesenen Bücher 2018 vorgestellt habe, soll nun der zweite Teil folgen:

Jahresrückblick der Literatur- und (Buch-)bloggerwelt und einige persönliche Meilensteine

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Jahresrückblick Literatur- und Buchbloggerwelt

Ereignisse in der Literatur- und Medienwelt 2018

Februar: Leserstudie

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels veröffentlicht eine Studie über das Lese- und Bücherkaufverhalten mit einer alarmierenden Erkenntnis: Seit 2012 sank die Zahl der Käufer von Büchern kontinuierlich und gemessen bis 2017 beträgt der Verlust bis zu sieben Millionen Käufer. Dies betrifft vor allem die Leserschaft der zwischen Zwanzig- und Fünzigjährigen. Es sind also gar nicht unbedingt die Kinder- und Jugendlichen, die aufgrund der digitalen und medialen Möglichkeiten weniger lesen, sondern „wir“, die Erwachsenen. Junge Menschen bekommen Impulse von den Eltern und der Schule. Dort bemüht man sich noch, dass sie mit Büchern aufwachsen. Doch wenn es um einen selbst geht, halten viele den Vorsatz nicht ein, weiterhin das Lesen nicht zu vernachlässigen.

Hier mein Beitrag dazu, wie das Lesen wieder salonfähiger werden kann: #mehrlesen 2 – neues Imagemarketing für Bücher

März: Die Leipziger Buchmesse

Gastland der diesjährigen Leipziger Buchmesse ist Frankreich. Den Preis der Leipziger Buchmesse erhält Esther Kinsky im Bereich Belletristik für ihren Geländeroman „Hain“. Im Bereich Sachbuch wurde Karl Schlögel für „Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt“ ausgezeichnet. Auf der Leipziger Buchmesse bin ich dieses Jahr zum ersten Mal als akkreditierte Literaturbloggerin unterwegs und habe so die Möglichkeit, an Veranstaltungen von Verlagen und Workshops für Blogger teilzunehmen. Diese sind sowohl eine inhaltliche Inspiration als auch die Chance, viele andere tolle Literaturblogger und -liebhaber kennenzulernen.

Hier meine Berichte zur Leipziger Buchmesse: Teil 1 + Teil 2

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Mitbringsel der Leipziger Buchmesse…

Mai:

Literaturnobelpreis, eine Krise

Die schwedische Akademie entscheidet, dieses Jahr keinen Literaturnobelpreis zu vergeben. Grund dafür ist eine interne Krise, Vorwürfe der Korruption und der sexuellen Belästigung. Das letzte und einzige Mal davor, dass der Preis nicht vergeben wurde, war aufgrund des Krieges im Jahre 1943. Geplant ist nächstes Jahr dafür, zwei Gewinner zu küren.

DSGVO – Die Datenschutzgrundverordnung

Die DSGVO tritt in Kraft, ein Gesetzesentwurf, der durch Regularien die Transparenz für Verbraucher im Internet stärken soll. Jedoch sind viele Formulierungen mehrdeutig, sodass sie einige neue Fragen aufwirft. Vor allem auch Blogger sind davon betroffen, da es nicht nur große Unternehmen, sondern jeden, der online eine öffentliche Seite betreibt, betrifft. Für mich bildet sie unter anderem einen Grund im Sommer eine Blätterpause einzulegen. Dabei möchte ich festhalten, dass man Klarheit gewinnt, sobald man sich mit den Richtlinien der Datenschutzgrundverordnung genauer auseinandersetzt. Deshalb finde ich es schade, dass immer noch so viele ihren Blog auf „privat“ gestellt haben, nur weil sie Angst vor Konsequenzen haben. Ich empfehle euch, sich mit dem Thema einfach genauer zu beschäftigen. Oder vielleicht kennt ihr jemanden, der euch beraten kann?

Juni: Die Kennzeichnung von Werbung in Sozialen Netzwerken

Auch der Fall Vreni Frost zeigt, dass das Internet tatsächlich noch Neuland zu sein scheint, jedenfalls, was die genaue Rechtslage in Bezug auf unser Verhalten in der digitalen Welt betrifft. Die Influencerin wurde vom Verband Sozialer Wettbewerb abgemahnt, da sie Artikel nicht mit der erforderlichen Kennzeichnung von Werbung gekennzeichnet habe. Als das Berliner Landgericht die Abmahnung als legitim beurteilte, da Vreni Frost als Influencerin auch im privaten Leben als öffentliche Person agiere und damit auch im Zuge von Verlinkungen, insbesondere auf Shops, werbe, verunsicherte es viele Blogger auf Instagram, Facebook und Co. Resultat: Manche User kennzeichnen wirklich alles mit Werbung: unbezahlt, wegen Verlinkung etc.

Leider führt dieses Verhalten dazu, dass man wieder nicht mehr weiß, was wirklich Werbung ist und was nicht. Hierzu empfehle ich euch folgende Übersicht, die hilft eigene Beiträge richtig einzuordnen: Leitfaden der Medienanstalten: Werbekennzeichnung bei Social-Media

Der spezielle Fall der Nutzung von Rezensionsexemplaren der Verlage wirft aber auch für mich noch die Frage auf, wie ich damit umgehe. Verlage schicken Freiexemplare an die Bedingung geknüpft, dass die Bücher besprochen werden. Jedoch stellen die Verlage sonst keine weiteren Anforderungen betreffend der Art und Weise der Darstellung. So ist es im Zuge der freien Meinungsäußerung auch erlaubt, ein Buch zu kritisieren oder gar zu „verreißen“. Meist kennzeichne ich diese Beiträge dann mit dem Zusatz „Anzeige/Presseexemplar“.

Wie seht ihr das? Kennt ihr euch mit diesem Sonderfall besser aus? Schreibt mir bitte!

Oktober: Frankfurter Buchmesse

Ehrengast ist dieses Jahr Georgien.

Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis für „Archipel“. Dieser wurde im Rahmen der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2018 verliehen. Mehr zum Buch findet ihr in meiner Rezension.

Als Wahrzeichen der Frankfurter Buchmesse wird dieses Jahr der Pavillon eingeweiht. Es soll Treffpunkt für Diskussion, Wissenschaft und Wissenstransfer werden. Hier findet auch die Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels verliehen an das Ehepaar Assmann statt.

Deutscher Buchpreis
Inger-Maria Mahle erhält für „Archipel“ den Deutschen Buchpreis.

Persönliche Meilensteine 2018

Februar: Neuer Job und neue Stadt

Das Jahr beginnt für mich persönlich gleich mit einem besonderen Meilenstein: Ich bekomme die Möglichkeit für ein Volontariat in der Presse und ziehe dafür nach Hamburg. Diese schöne Stadt im Norden mochte ich zwar schon vorher, aber dass ich mich so schnell wohlfühlen und einleben würde, hätte ich zugegebenermaßen nicht vermutet. Überall von Wasser und Natur umgeben zu sein, ist wunderschön. Zudem hatte ich das unglaubliche Glück, den schönsten Sommer der Stadt mitzuerleben. Da mein einjähriges Volontariat bald endet, bin ich gespannt, wie und wo es danach weitergeht….

Mai – August: Blogpause und Neue Blogseite

Im Zuge der DSGVO beschließe ich eine Blogpause einzulegen und nutze diese gleichzeitig dafür, Kraft zu tanken und meinen Blog aufzurüsten. Neben einem Vollzeitjob, der sich noch dazu rund um Literatur dreht, ist es gar nicht immer so leicht, motiviert zu bleiben. Zudem hatte ich auch eine längere Leseflaute, die ich erst einmal überwinden musste. Diese Kreativpause hat mir allerdings tatsächlich geholfen, danach wieder mit mehr Energie zu bloggen. Zudem freue ich mich, so auch meinen Blog in einem anderen, neuen Licht und dies zudem unter der neuen Domain: http://aufgeblaettert.de präsentieren zu können – An dieser Stelle möchte ich mich für die tolle Unterstützung und Beratung bei Thomas Eckhoff von Media-Artfactory bedanken, der mir mit viel Rat und Tat sowie vor allen guten Ideen zur Seite stand!

August: Thailandreise

Mein Ziel für 2018 ist es gewesen, mehr zu reisen und vor allem weiter weg. Im Sommer wage ich den Schritt einer ersten Fernreise und entschied mich direkt für das Motto: Wenn dann ganz statt gar nicht und reiste einen Teil der Reise allein. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen, da sie mich sehr inspirierte. Es ist dieses Bauchkribbeln, in einer Millionenstadt wie Bangkok allein unterwegs zu sein, ohne Hilfe von Vertrauten. Man steht auf eigenen Beinen und erlebt so die Natur, Kultur und die Erlebnisse viel bewusster. Es ist schön, einfach mal machen und erleben zu können, was und wie schnell man will. Im Anschluss traf ich mich mit meinem Cousin und seiner Frau. Es wird auf jeden Fall ein nächstes Mal Alleinreisen geben und dann gern zu 100 %. Auch wird es definitiv ein zweites Mal Thailand geben, wo ich gern mehr den Norden bereisen möchte. Mich hat das Land so positiv mit seiner Vielfältigkeit und Gegensätzen wie arm versus reich, traditionell versus modern sowie seinem Reichtum an Natur überrascht.

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Meine erste Fernreise und allein in Thailand

September:

Wedding Time

Zwei meiner besten Freundinnen haben geheiratet. Wenn auch ausgerechnet beide Feiern auf einen Tag fielen und ich so im wahrsten Sinne des Wortes auf zwei Hochzeiten (fast) gleichzeitig tanzte, waren beide wunderschön. Ich liebe Hochzeiten und freue mich darüber, dass sich auch heutzutage noch Leute trauen, diesen Schritt zu „wagen“. Wir wissen, dass Liebe vergänglich sein kann, doch gerade deshalb ist es wichtig, an sie zu glauben, wenn sie sich richtig anfühlt. Bei mir ist zumindest kein Auge trocken geblieben…

Litcamp Hamburg

Außerdem im September: Erstmals besuchte ich ein Litcamp, worauf ich sehr neugierig war. Bis dato fand ich meist nicht die Zeit oder zögerte zu lange aufgrund von Distanzen und weil meist die Tickets für solche Veranstaltungen schnell vergriffen sind. Das erste Litcamp in Hamburg bot mir nun die Möglichkeit, teilzunehmen. Spannend war es, dass nicht nur Blogger, sondern auch Autoren und Verlagsmitarbeiter teilnahmen. Jeder der wollte, konnte eine Session zu einem beliebigen Thema anbieten. Am ersten Tag beobachtete ich das “ literarische Schauspiel“ noch. Im Gespräch mit Jennifer von Lesen in Leipzig entschieden wir dann sogar spontan, am Sonntag gemeinsam eine Session anzubieten. Vielen Dank für diesen inspirierenden Workshop, liebe Jennifer und allen, die mit uns über eine bessere Kooperation zwischen Bloggern und Verlagen diskutiert haben!

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Die schönste Tradition der Welt: Die isländische Bücherflut „Jólabókaflóð“

Dezember: Katalog zur Bücherflut „Jólabókaflóð“

Dieses Projekt ist so unglaublich schön. Ich freue mich, dass ich wieder die Ehre habe, an dem Katalog nach isländischem Vorbild teilhaben zu können und meine Buchempfehlung für 2018 auszusprechen. Hier mein Gastbeitrag dazu auf dem Blog von Franzi Briefkastenliebe

Eure 5 beliebtesten Beiträge 2018 auf Aufgeblättert:

Halbjahresgeblätter+2 2018 – Mit Leserückblick

Aufgeblättert am Hafen, der Debütantensalon des Harbour Front Festivals

Umwelt schützen to go – Will McCallums „Wie wir Plastik vermeiden“.

Deutsche-Buchpreis-Gewinnerin 2018 – Inger-Maria Mahlke mit „Archipel“

#mehrlesen: eine Anleitung für mehr persönliche Lesestunden

Meine Blogging-Vorsätze für 2019

Mehr bloggen: Ich versuche immer regelmäßig Blogbeiträge online zu stellen. Rezensionen brauchen oft ihre Zeit, zumal ich gern recherchiere, wenn die Hintergründe wie politische Ereignisse oder geschichtliche Kontexte dies anbieten bzw. erfordern. Dennoch, um mehr Routine zu bekommen, möchte ich mich selbst strenger daran halten und setze mir das Ziel, mindestens 1-2 Mal die Woche zu posten, Rezensionen im Wechsel mit anderen Beiträgen zu Literatur, Buchhandlungen und Co.

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Vorsatz für 2019: Mehr Planung!

Mehr planen: Ich bewundere diejenigen, die sich immer strikt an einen Redaktionsplan halten und diesen auch fleißig aufschreiben. Bei mir gibt es solch einen „Redaktionsplan“ ehrlich gesagt nur grob im Kopf. Um jedoch mehr Struktur zu gewinnen und Kategorien nicht aus dem Auge zu verlieren (2018 habe ich leider kaum Buchhandlungen vorgestellt), nehme ich mir für 2019 vor, solch einen Redaktionsplan zu führen. Dazu habe ich auch schon das passende Bullet Journal und einen Terminplaner, in dem man Notizen, Ziele und Meilensteine festhalten kann.

Neues Jahr, ältere Literatur: Durch meine stärkere Zusammenarbeit mit Verlagen im letzten Jahr und damit verbundene Rezensionen zu Neuerscheinungen fiel mir auf, dass ich so 2018 fast ausschließlich neue Bücher gelesen habe. Rezensionsexemplare erhalten dann doch meist Vorrang. Deshalb möchte ich dieses Jahr etwas zurückschrauben und auch älteren Titeln eine Chance geben. Hier soll es also eine ausgewogenere Mischung geben!

Und nun kann das neue Lese-Literatur-Jahr 2019 kommen!

Was sind eure Vorsätze? Welches Erlebnis hat euch geprägt? Gab es ein Ereignis in der Literatur und Medienwelt, das euch besonders überrascht oder erschüttert hat? Lasst es mich wissen!

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